Obwohl Libellen zu den schönsten und größten heimischen Insekten zählen, wissen nur die wenigsten etwas über diese Tiere. Mangelndes Wissen hat mancherorts zu richtigen Horrorgeschichten geführt, so dass viele Menschen noch heute Angst vor Libellen haben. Dazu tragen natürlich auch Namen des Volksmunds für Libellen, wie ”Teufelsnadel”, “Augenstecher” und “Teufelsbolzen” bei. Dabei können Libellen nicht stechen, denn sie haben keinen Giftstachel und sind somit harmlos, wie dieses Foto mit Stephan Kilimann beweist. Libellen sind ausgezeichnete Bioindikatoren für den Zustand unserer Gewässer. Jeder Gewässertyp verfügt je nach Struktur, Pflanzenbewuchs und Wasserqualität über ein typisches Inventar an Libellenarten. Je vielfältiger die Struktur und der Ufersaum eines Gewässers ist, desto reicher ist seine Libellenfauna
Die Wasserflächen der Stadt Herne beträgt 244 ha. Davon entfallen allein auf den Rhein-Herne Kanal 100,3 ha. Der Rest sind Teiche, Weiher und Abwasserkanäle. Die Fliessenwässer in dieser Stadt sind gänzlich ungeeignet für Libellen, da sie entweder einbetoniert oder zu schattig sind. Somit bleiben nur die Libellenarten der Teiche und Weiher übrig.
Folgende Arten konnten in Herne nachgewiesen werden
Gebämderte Prachtlibelle
1.Gebänderte Prachtlibelle
(Calopteryx splendens )
2. Weidenjungfer
(Lestes viridis)
3. Gemeine Binsenjunfe
(Lestes sponsa)
4. Glänzende Binsenjungfer
(Lestes dryas)
5. Blaue Federlibelle
(Platycnemis pennipes)
6. Kleines Granatauge
(Erythromma viridulum)
Blau Grüne Mosaikjungfer
7. Frühe Adonislibelle
(Pyrrhosoma nymphula)
8. Große Pechlibelle
( Ischnura elegans)
9. Becher Azurjungfer
(Enallagma cyanthigerum)
10. Hufeisen-Azurjungfer
(Coenagrion puella)
11. Pokal Azurjungfer
(Cercion lindeni)
12. Westliche Keiljungfer
(Gomphus
pulchellus)
Große Königslibelle
13. Gemeine Keiljungfer
(Gomphus vulgatissimus)
14. Große Königslibelle
(Anax imperator)
15. Blaugrüne Mosaikjungfer
(Aeshna cyanea)
16. Herbst-Mosaikjungfer
(Aeshna mixta)
17. Vierfleck
(Libellula quadrimaculata)
18. Plattbauch
(Libellula depressa)
Gemeine Keiljungfer
19. Gemeiner Blaupfeil
(Orthetrum cancellatum)
20. Gefleckte Heidelibelle
(Sympetrum flaveolum)
21. Gemeine Heidelibelle
(Sympetrum vulgatum)
22. Große Heidelibelle
(Sympetrum striolatum)
23. Schwarze Heidelibelle
(Sympetrum danae)
24. Blutrote Heidelibelle
(Sympetrum sanguineum)
25. Kleine Moosjungfer
(Leucorrhinia dubia)
Heidelibelle im Morgentau
Anfang Juni 2000 wurde das erste Mal eine Exuvie von Gomphus pulchellus an einer Spundwand des Rhein-Herne-Kanals gefunden. Zuvor sah man nur frischgeschlüpfte Tiere. Dies war der Anfang einer Studie, die 2002 durch Norbert Kilimann konsequent am dem Kanalabschnitt auf Herner Stadtgebiet durchgeführt wurde. Es wurden alle Exuvien aufgenommen und bestimmt nach ihrem Geschlecht aber auch nach ihrer Art, da sowohl Gomphus pulchellus als auch Gomphus vulgatissimus als Larven im Rheih-Herne-Kanal vorkommen. An Hand der daraus entstandenen Statistik lässt sich der Zeitraum des Schlupfs und auch der Schwerpunkt der Geschlechter sehr schön nachvollziehen.
Im August 2005 erstellte Norbert Kilimann in Zusammenarbeit mit Elisabeth und Wolfgang Postler einen wissenschaftlichen Entwicklungsnachweis über Gomphus flavipes im Dattel-Hamm-Kanal und im Rhein-Herne-Kanal (Odonata: Gomphidae).
Diese kann in folgender Datei eingesehen werden.