Die Mauereidechse - wärmeliebender Kulturfolger

Mauereidechse (Podarcis muralis) - Foto Norbert Kilimann

Die Mauereidechse (Podarcis muralis) ist ein Vertreter der Echten Echsen (Familie Lacertidae).

 

Die Bestimmung bei Echsen ist teilweise recht kompliziert, denn die Färbung der Tiere ist oft sehr variabel. Oft sind für die Identifizierung der Arten Merkmale wichtig, die man nicht unbedingt im Gelände erkennen kann. Auf letztere wird hier nicht eingegangen.

 

Die meisten Mauereidechsen-Arten (Gattung Podarcis) kommen in den warmen Gebieten rund um das Mittelmeer vor, nur "unsere" Mauereidechse (Podarcis muralis) ist auch in Deutschland heimisch. Sie gilt als Kulturfolger und nutzt bei uns warme Biotope wie Steinhaufen, Mauern, Bahndämme und Steinbrüche als Lebensraum. Die Art ist von Westen her (aus Frankreich) eingewandert und man findet sie vor allem in sonnenexponierten Hanglagen in Weinanbaugebieten von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und auch im Rheintal in NRW. Weiter östliche und nördliche (inselartige) Vorkommen, sind vermutlich auf Ansalbung zurückzuführen, d.h. es wurden Tiere ausgesetzt. In günstigen Biotopen konnten sie sich dann gut vermehren, so auch im Ruhrgebiet z.B. auf Industriebrachen (siehe General Blumenthal).

 

Mauereidechsen werden maximal 25 cm groß, wobei der Schwanz doppelt so groß sein kann wie die Kopf-Rumpf-Länge. Die Tiere sind schlank und wirken recht zierlich. Die Grundfarbe am Rücken ist bräunlich oder grau, selten auch etwas grün. Dazu kommt ein dunkles (schwarzes) Fleckenmuster, das manchmal netzartig aussieht. Meist sind Farben und Flecken so verteilt, dass die Tiere längsgesteift wirken. Die Unterseite ist sehr variabel: hell weiß bis gelb, auch rot, ungefleckt bis stark gefleckt und ist somit für die Bestimmung nicht geeignet. Die Männchen haben - vornehmlich während der Paarungszeit - eine blaue Zeichnung an der Seite.

 

Die Echsen sind tagaktiv und jagen reicht flink nach allerlei Kleingetier wie Ameisen, Heuschrecken, vertilgen aber auch Schnecken und Schmetterlingsraupen.

Mauereidechse (Podarcis muralis) mit sehr langem Schwanz - Foto Norbert Kilimann

Mauereidechse (Podarcis muralis): ein braunes, deutlich gestreiftes Exemplar

- Foto Regina Liebel

Mauereidechse (Podarcis muralis): ein graues, deutlich gestreiftes Exemplar

- Foto Olaf Liesche

Mauereidechse (Podarcis muralis): ein stark geflecktes Männchen (mit blauer Zeichnung); man beachte die Zunge! - Foto Olaf Liesche

Mauereidechsen können - wie andere Echte Echsen auch - ihren Schwanz abwerfen, wenn sie sich von einem Fressfeind bedroht fühlen. Versucht z.B. ein Vogel eine Echse zu packen, löst sich der Schwanz an einer Sollbruchstelle. Dieser zuckt noch eine Weile, "läuft" aber nicht weg, so dass der Vogel ihn schnell packen kann. Währendessen macht sich die nun schwanzlose Echse aus dem Staub. Er Schwanz wächst mit der Zeit nach, erreicht aber nicht mehr seine ursprüngliche Länge.

Die vordere Mauereidechse (Podarcis muralis) hat kürzlich ihren Schwanz abgeworfen, die hintere hat noch ihren ursprünglichen langen Schwanz - Foto Norbert Kilimann

Mauereidechse (Podarcis muralis) mit nachwachsendem Schwanz - Foto Norbert Kilimann

Ein "schwanzloses" Männchen interessiert sich für ein Weibchen - Foto Norbert Kilimann

Paarungsspiel der Mauereidechsen: Männchen beißt Weibchen - Foto Norbert Kilimann

Paarungsspiel der Mauereidechsen: Man sieht die Kloake (Körperöffnung)

- Foto Norbert Kilimann

Die Paarung - Ende April bis Anfang Juli - findet (wie bei den meisten Reptilien) an Land statt. Die Eier werden unter Steinen oder in Mauerritzen abgelegt. Jungtiere sieht man ab Juli. Die kalte Jahreszeit verbringen die Tiere in Kältestarre in Mauerritzen, Felsspalten, unter Steinen und ähnlichen Verstecken.

 

Der NABU Bundesverband hat auf seiner Seite ein ausführliches Artenportrait der Mauereidechse.

Bildergalerie Mauereidechse

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