Der Grünfrösche -

schwierige Verwandtschaftsverhältnisse

Grünfrosch - Foto Ulrike Wizisk

Wer kennt sie nicht, die grünen Gesellen im Teich, die mit ihren seitlich ausgefahrenen Schallblasen im Mai bis in den Frühsommer einen ganz schönen Lärm veranstalten. Sie sind sowohl tags als auch nachts aktiv. Bei uns kommen drei Grünfrösche (oder auch Wasserfrösche genannt) vor: Kleiner Wasserfrosch, Teichfrosch und Seefrosch. Bis Mitte der 1960iger Jahre wurden diese als separate Arten betrachtet, doch dann stellte sich heraus, dass der Teichfrosch ein Mischling zwischen Kleinem Wasserfrosch und Seefrosch ist. In der Tierwelt kommen Hybriden zwischen zwei Arten gar nicht so selten vor, doch in den meisten Fällen können diese sich nicht weitervermehren. Bei den Teichfröschen ist das anders, sie können Nachwuchs erzeugen! So kann und macht es im Froschteich jeder mit jedem, und es entsteht ein ziemliches Durcheinander. Da sowohl die Hybriden als auch die Ursprungsarten im Aussehen ziemlich variabel sind, ist eine Bestimmung der drei Grünfrösche mal so eben draußen im Gelände fast unmöglich. So es ist ganz und gar nicht unwissenschaftlich einfach von Grünfröschen zu sprechen (Grünfrosch-Artenkomplex oder auch Wasserfrosch-Artenkomplex). Es gibt allerdings ein paar typische Merkmale, die eine Ansprache ermöglichen, wenn sie denn klar zu erkennen sind. Aber ganz sicher kann man sich bei den "Grünen" nie sein.

 

Allen Grünfroschen gemein ist, dass sie überwiegend grün gefärbt sind, manchmal haben sie auch bräunliche Hautpartien (ganz braune gibt es in Mitteleuropa selten). Es sind typische Frösche mit einer glatten Haut und einer großen Sprungkraft. Auf dem Rücken verläuft mittig eine helle Linie, seitlich je eine deutliche dicke Drüsenleiste.

 

Relativ gut kann man die drei bei uns vorkommenden Grünfrösche an ihren Rufen unterscheiden.

Amphibienrufe kann man im Internet auf vielen Seiten finden:

Sehr übersichtlich ist es bei Karch (Schweizer Amphibienseite)

Der Kleine Wasserfrosch (Pelophylax lessonae) ist noch am besten zu erkennen, zumal er mit ca. 5 cm wirklich recht klein und zierlich ist. Er ist hell grasgrün gefärbt und oft nur wenig dunkel gesprenkelt. Besonders die Männchen haben wenig Musterung. Ihre Iris ist leuchtend gelb. Die Schallblasen sind reinweiß.

Grünfrosch: vermutlich Kleiner Wasserfrosch (Pelophylax lessonae), männl. [ziemlich ungesprenkelt, sehr gelbe Iris] - Foto Ulrike Wizisk

Grünfrosch: vermutlich Kleiner Wasserfrosch (Pelophylax lessonae), [reinweiße Schallblasen] - Foto Ulrike Wizisk

Der Seefrosch (Pelophylax ridibunda) ist der größte unserer Grünfrösche. Die Weibchen können 15 cm groß werden, die Männchen sind etwas kleiner. Er kann auch teilweise oder ganz braun gefärbt sein (bei uns selten). Die Sprenkelung ist meist gut ausgeprägt und über den Körper relativ gleichmäßig verteilt. Die Schallblasen sind grau. Mit diesen Merkmalen lässt er sich recht gut vom Kleinen Wasserfrosch unterscheiden.

Eine Abgrenzung zum Teichfrosch dagegen ist kaum möglich und so sollte man das besser den Fachleuten überlassen. Der Teichfrosch hat mit etwa 10 cm eine "mittlere Größe". Seine Schallblasen sind "dunkelweiß". Er ist der häufigste Grünfrosch in unserer Region.

Grünfrosch: vermutlich Teichfrosch ["dunkelweiße" Schallblasen] - Foto Ulrike Wizisk

Alle Grünfrösche bewohnen ähnliche Lebensräume, was die die Hybridisierung begünstigt. Der Kleine Wasserfrosch bevorzugt aber eher kleine Teiche und Weiher. Sie entfernen sich oft weiter weg vom Wasser und überwintern in der Regel in Bodenverstecken an Land. Sie sind nach der Paarungszeit weniger in den Gewässern zu sehen. See- und Teichfrösche bewohnen meist größere Gewässer und bleiben dort auch ganzjährig. Sie bewegen sich an Land in der Regel nur im Uferbereich.

 

Grünfrosche legen ihre Eier in Laichballen, die nicht an der Oberfläche schwimmen.

Bildergalerie Grünfrösche

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